Boris Koch – Dornenthron

Mit “Dornenthron” hab ich nach langer Zeit mal wieder einen echten Pageturner in die Finger bekommen. Cover und Klappentext haben mich zur Anfrage eines Rezensionsexemplars bewogen, für das ich mich an dieser Stelle recht herzlich beim Verlag Droemer Knaur* bedanke.

Schon das Cover verspricht eine düstere Atmosphäre und der Klappentext bestätigt den visuellen Eindruck:


Was geschieht mit dem Reich, während die Prinzessin für 1000 Jahre schläft?

Die Kaiserstadt Ycena war eins prunkvoll und voller Leben, nun stehen nur noch von alter Hexerei verseuchte Ruinen – und der albtraumhafte Palast, in dem die Kaisertochter schlafen soll. Den Legenden zufolge wird ihr Retter die dreizehn Königreiche wieder vereinen und Kaiser werden.
Um das Reich vor seinem tyrannischen Vater zu schützen, begibt sich Ukalion, der Bastard des Königs, auf die Suche nach der schlafenden Prinzessin. An ihrer Seite will er selbst den Dornenthron besteigen. Doch mächtige Gegner und uralte Magie haben andere Pläne für das Kaiserreich…

Atmosphärisch, sprachgewaltig, fesselnd: die düstere Neuinterpretation von ”Dornröschen”


Das hat meine Neugier definitiv geweckt. Düstere Fantasy gemischt mit einem klassischen Märchen? Ich war gespannt und wurde nicht enttäuscht.

Ein Buch muss mich in den ersten 50 Seiten haben. Soviel Zeit gebe ich dem Author um eine Verbindung zum Setting oder den Figuren aufzubauen. Und Boris Koch hat das mit seinem unterhaltsamen Schreibstil schon im ersten Kapitel geschafft.

Neben dem Königsbastard Ukalion und dessen Mission den titelgebenden Dornenthron zu besteigen, führt Boris Koch viele weitere Protagonisten und ihre Geschichten ein, die scheinbar ihre eigenen Ziele verfolgen. So wie Tyra, die auf der Suche nach Dario in dem Seefahrer Belizar einen guten Verbündeten findet. Oder Perle, die mit Ihrem jüngeren Bruder Ion auf der Flucht vor dem ekelhaften Hernoth ist. Hinzu gesellen sich die undurchsichtige Anthia, welche ganz ähnliche Absichten wie Ukalion zu haben scheint. Und natürlich der tyrannische König Tiban, dessen unsympathischer Sohn und Halbruder Ukelions, Prinz Aurel. Und der ominöse kinderklauende Hexer.

Im Laufe des Buches führen diese unterschiedlichen Figuren und Geschichten geschickt zu einem gemeinsamen Handlungsstrang. Und ganz nebenbei erschafft der Author eine faszinierende, sich durch mehrere Epochen und Kulturen ziehende Welt voller mittelalterlicher Atmosphäre, Königreichen, Dynastien und Magie. Die Geschichte mag im Kern an Dornröschen angelehnt sein, aber auch eine Portion Rumpelstilzchen und auch ein bisschen Hänsel und Gretel. Das Abenteuer der Helden und Antihelden dieses Romans aber ist ein großartiger spannend ausgearbeiteter eigener Plot. Die Gebrüder Grimm wären stolz.

Und da die Welt um Lathien und Ycena viel zu groß und zu aufregend ist um sie auf 429 Seiten zu begrenzen, können wir uns auf die Fortsetzung “Narrenkrone” (ab dem 03.Mai.2021) freuen.

Das Rezensionsexemplar hat mir der Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt, mich aber nicht in meiner Meinung beeinflußt. Die Links zu den Buchtiteln sind Affiliatelinks zum Angebot von Amazon.


Weitere Beiträge

Keine Kommentare

Kommentieren