Warum Carsharing nicht funktioniert

Alle Carsharing Anbieter sind meist mit großem Bohei und noch größeren Erwartungen – meist in Metropolen – gestartet. Kaum eine der Erwartungen hat sich erfüllt. Das einzige was am Ende groß bleibt sind die Kosten für Wartung und Instandsetzung.

Gegenüber der FAZ sagte ein nicht namentlich genannter Flottenmanager, dass sich Carsharing nicht rechne, weil die Kunden die Fahrzeuge wenig pfleglich behandeln würden, was den Aufwand für den Betreiber zu stark erhöhe.

Und genau das denke ich auch immer wenn ich vor, neben oder hinter mir ein Carsharing Fahrzeug sehe.

Klingt wie ein Klischee, ist aber Realität. Die Nutzer der Fahrzeuge scheren sich m.E. einen Dreck um die Autos. Es geht los, dass Handys, Taschen oder auch schon mal ganze Hartschalenkoffer während des Entsperr-Vorgangs auf das Dach gelegt werden – weil der Boden ist ja nass und matschig. Danach werden die Gepäckstücke achtlos in den hinteren Teil oder auf die Beifahrerseite geworfen. Kofferraum öffnen währe ja anstrengend.

Weiter geht es mit der Fahrweise. Die ist mir in Berlin besonders bei Car2Go Fahrern aufgefallen. Mit Tempo 70 durch die Stadt, Rote Ampeln egal, Drängeln bis die Stoßstange juckt und Einparken wie Anfänger. Auch gerne mal den Bordstein mit Karacho nehmen. Da kann ich mir in etwa vorstellen was diese Autos einstecken und aushalten müssen. Und ich kann mir dann auch gut vorstellen wie diese Fahrzeuge im Inneren leiden müssen.

Es ist also nicht weiter verwunderlich wenn Anbieter wie Citroen (Multicity) oder Mazda (Choice) ihre Bemühungen eingestellt haben und Car2Go und Drivenow fusionieren.

Schade finde ich allerdings das sich in Deutschland im Jahre 2019 Erwachsene Menschen verhalten wie Höhlenbewohner und ein an sich gutes Konzept genau so zerstören wie die Autos die sie fahren.